Jan Peter Bremer: Der junge Doktorand

Schon seit zwei Jahren wartet das Ehepaar Greilach in ihrer abgelegen Mühle auf die Ankunft des jungen Doktoranden, der dem alternden Maler zu neuem Ruhm verhelfen soll. Doch immer wieder wird der Besuch verschoben und die Erwartungen an den lang ersehnten Gast steigern sich ins Unermessliche. Als er dann endlich eintrifft, präsentiert er sich jedoch in einem gänzlich anderen Licht. „Was war denn das für ein Doktorand! Damit hatten sie einfach nicht rechnen können. Das ließ sich doch keinem erklären…“
Und auch der Doktorand hat nicht mit diesem Ehepaar gerechnet…

Wem bei der Kurzbeschreibung spontan Becketts Warten auf Godot in den Sinn kommt… nein, nicht wirklich, denn der Doktorand taucht schon zu Beginn des Buches auf. Und mit diesem Aufeinandertreffen entspinnt sich ein Feuerwerk an Situationskomik loriotschen Ausmaßes, das ich wirklich lustig fand. Diese Karikatur des oberflächlich-kleinbürgerlichen Lebens in all seiner Beschränktheit und das hilflose Agieren des einigermaßen verplanten Doktoranden war für mich ausgesprochen unterhaltsam, jedenfalls in der ersten Hälfte des Buches. Danach nutzt sich das Motiv etwas ab und der Autor verliert sich in der Person des Malers gelegentlich in Monolgen, was das Unterhaltungsbarometer etwas nach unten getrieben hat. Aber zum Glück ist das Buch recht schmal und ist dann auch zu Ende, bevor sich das zu einem echten Problem auswächst.

Bewertung: 4 von 5.

Jan Peter Bremer: Der junge Doktorand. Berlin: Berlin Verlag, 2019

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