Sebastian Fitzek: Das Geschenk

Milan, der sich als Kleinkrimineller durchs Leben schlägt, fährt mit seinem Fahrrad durch Berlin, als er eine seltsame Entdeckung macht. In einem Auto sitzt ein weinendes Mädchen, das verzweifelt einen Zettel an die Scheibe hält. Offenbar ein Hilferuf. Nur Milan kann ihn nicht entziffern, denn er ist Analphabet.
Er begibt sich auf die Spur des Mädchens, die ihn zu einem verlassenen Haus führt, dass seit Jahren unbewohnt zu sein scheint. Doch plötzlich klingelt im Haus ein altes Telefon und es überstürzen sich die Ereignisse. Und führen Milan zu der Erkenntnis, dass manchmal Unwissenheit das größte Geschenk auf Erden ist.

Bei Fitzeks neuestem Roman ging es mir wie mit seinem ersten, einmal angefangen konnte ich ihn nicht mehr aus der Hand legen. Ich hab ihn an einem Tag durchgelesen. Ein sicheres Zeichen, dass es für mich an Spannungen nicht gefehlt hat, wie schon von dem einen oder anderen gehört und damit wesentliches Qualitätsmerkmal für einen gelungenen Thriller erfüllt.
Das Buch geht hochdramatisch los, denn Milan schildert die Geschichte in höchster Not dem Anführer einer Gefängnisgang, der ihn in seiner Gewalt hat. Er redet buchstäblich um sein Leben und ähnlich rasant ist der Verlauf der Geschichte, die Milan weit zurück in seine Vergangenheit führt. Dieses Tempo hat mir gut gefallen.
Zugegebenermaßen ist dabei einiges sehr konstruiert, wie von einigen kritisiert wurde. Das hat mich aber weniger gestört, ich konnte gut folgen und fand es in sich auch schlüssig. Mich hat aber das Ende nicht wirklich überzeugt, das war zu sehr auf die Vererbungskarte gesetzt und mir damit zu eindimensional.
Nicht der beste Fitzek, aber mit ganz klarer Leseempfehlung von meiner Seite. Schon allein für die sensationelle Aufmachung und Verpackung, die satte fünf Sterne verdient hat. Es macht einfach Spaß, dieses Buch in den Händen zu halten. Lesegenuss für (fast) alle Sinne.

Bewertung: 4 von 5.

Sebastian Fitzek: Das Geschenk. München: Droemer Verlag, 2019

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