Jasmin Schreiber: Marianengraben

Nach dem Tod ihres kleines Bruders stürzt Paula in eine tiefe Depression. Ihre Welt scheint stillzustehen. Doch dann lernt sie durch einen seltsamen Zufall den etwas verschrobenen Rentner Helmut kennen, mit dem sie auf den ersten Blick so gar nichts gemeinsam hat. Doch auch er hat einen großen Verlust erlitten. Gemeinsam begeben sie sich auf eine Reise…
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‚Wie tief muss man tauchen, um einen leuchtenden und noch nicht entdeckten Tim-Fisch zu finden?‘, fragtest du mich kurz vor deinem Tod.“
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Dieser erste Satz hat mich direkt ins Herz getroffen, denn in ihm ist eigentlich schon alles enthalten, was einen in diesem Buch erwartet. Es geht um die Trauer um ein Leben, dass gerade erst begonnen hatte, ein Leben voll kindlichem Entdeckerdrang und großen Plänen, die nur noch als eine Erinnerung bleiben.
Es geht darum, das Unfassbare zu verstehen und mit dem Verlust leben zu lernen.
Ich denke, jeder der bereits einen Menschen – ob jung oder alt – auf diese Art verloren hat, wird etwas von sich in diesem Buch wiederfinden, denn es bringt wie kaum ein anderes auf den Punkt, was man in solchen Momenten empfindet. Das ist hochemotinal, aufwühlend bis auf den Grund, aber im positivsten Sinne, denn es ist hohe Kunst, Gefühle so in Worte und Bilder zu kleiden. So wie der Graph des Herzens, das bricht (siehe Klappentext innen) – ein grandioses Bild.

Neben all der traurigen Momente ist das Buch in der Begegnung der gegensätzlichen, doch etwas speziellen Charaktere, aber auch sehr komisch und transportiert gleichzeitig eine Leichtigkeit und Zuversicht, die dem Ganzen einen positiven Ausblick gibt.
Ein ganz großartiges Buch!

Bewertung: 4.5 von 5.

Jasmin Schreiber: Marianengraben. Köln: Eichborn Verlag, 2020

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