Abbas Khider: Palast der Miserablen

Shams zieht mit seinen Eltern und seiner großen Schwester aus dem Süden Iraks nach Bagdad, um politischer Verfolgung zu entgehen. Dort bleibt ihnen als Flüchtlingen nur das Leben in der Blechsiedlung, einem Slum neben dem Müllberg.
Shams arbeitet als Tütenverkäufer, Fahrkartenverkäufer und Lastenträger, bis er den Palast der Miserablen kennenlernt. Ein konspirativer Lesezirkel mit deutlich regimekritischer Ausrichtung. Äußerst gefährlich im Terrorstaat des Saddam Hussein…
Trotz großer Leseflaute zu Beginn des Monats habe ich dieses Buch sehr schnell durchgelesen, weil es auf mich eine unheimliche Faszination ausgeübt hat. Auch wenn es nicht direkt autobiografisch ist, fließt doch einiges aus Khiders eigener Vergangenheit im Irak mit ein. Das ist Geschichte aus erster Hand, die Innenansicht der politischen Ereignisse unter Saddam Hussein.
Besonders macht dieses Buch aber nicht nur der Inhalt, sondern die sprachliche Leichtigkeit, die einem trotz dramatischster Ereignisse Hoffnung und Zuversicht vermittelt. Shams gibt sich nicht auf und geht seinen Weg – diese positive Grundeinstellung trotz aller Widrigkeiten hat mir sehr gefallen.
Unterbrochen wird die Geschichte des jungen Shams durch eingestreute kurze Berichte aus dem Kerker, seine vorerst letzte Station.
Wenn es an diesem Buch etwas zu bemängeln gibt, dann ist es für mich das offene Ende. Da hatte ich mir noch mehr gewünscht.
Trotzdem klare Leseempfehlung!

Bewertung: 4 von 5.

Abbas Khider: Palast der Miserablen. Hanser Verlag, 2020

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