Volker Kutscher: Der stumme Tod

Band 2 der Romanvorlage zur TV-Serie Babylon Berlin:

1930: Kommissar Gedeon Rath ermittelt in diesem zweiten Band in der Filmbranche, die sich zu dieser Zeit im Umbruch befindet. Der Stummfilm wird zunehmend vom Tonfilm abgelöst und gefährdet Produzenten, Kinobesitzer und Stummfilmstars.
Der Tod einer gefeierten Schauspielerin führt Rath in die Welt des Glamours mit all seinen Schattenseiten.

Mich hat das Buch sofort auf den ersten Seiten gepackt, da ich das Thema der sich entwickelnden Filmindustrie extrem spannend finde. Dem Autor gelingt es, die Atmosphäre des Auf- und Umbruchs mit all seinen Hoffnungen, aber auch Risiken gut auf den Punkt zu bringen. Eine perfekte Kulisse für eine Mordermittlung! Hat mich teilweise an Agatha Christie erinnert und die mag ich sehr. Die Story war intelligent konstruiert und gerade zum Ende hin mit viel Dynamik.
Diese hat mir leider zwischendurch ein bisschen gefehlt, da gab es doch einige Längen. Auch gibt es im Buch einen zusätzlichen Erzählstrang, in dem es um einen Erpressungsfall geht, der keinen geringeren als Konrad Adenauer betrifft. Den hätte es für meinen Geschmack nicht gebraucht. Das Ganze plätschert so am Rande vor sich hin, ohne dass es zusätzliche Spannungsmomente reinbringt. Ich fand es sogar eher störend, weil es von der eigentlichen Geschichte ablenkt.
Aber eine gelungene Fortsetzung eines ebenso gelungenen Auftakts. Gerne mehr davon.

Bewertung: 4 von 5.

Volker Kutscher: Der stumme Tod. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2010


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