Volker Kutscher: Märzgefallene

Weltkriegsveteranen sind die Opfer in einer Mordserie, in der Kommissar Rath in diesem Band ermittelt. Umgebracht auf die gleiche außergewöhnliche und grausame Art.
Historischer Hintergrund des Kriminalfalls sind die politischen Ereignisse in Berlin 1933, die in sich schon romanfüllend sind: Reichtstagsbrand, Kommunistenverfolgung und die Machtergreifung der Nationalsozialisten.

Auch wenn der Kriminalfall spannend und gut gemacht ist, sind es gerade diese politischen Ereignisse, die mich in diesem 5. Teil so in den Bann geschlagen haben. Denn die Dinge, die da passieren, sind in sich schon so haarsträubend und fesselnd, dass es einen speziellen Fall gar nicht gebraucht hätte. Die historische Realität ist da Krimi genug und im wahrsten Sinne des Wortes kriminell.
Was dem Autor hier wieder unglaublich gut gelungen ist, ist die Stimmung der damaligen Zeit einzufangen und zwar sowohl aus der Perspektive der ganz einfachen Leute als auch der Entscheidungsträger. Und wie verbreitet die Ansicht doch war, Hitlers sei eine wenig ernstzunehmende Episode in Zeiten wechselnder Regierungskonstellationen. Ein Spuk, der bald wieder vorbei ist. Das liest sich aus heutiger Perspektive natürlich mit einem richtigen Kloß im Hals.
Gerade durch diese dramatische historische Kulisse hat mich dieser 5. Band der Reihe wieder mal total gekriegt.

Für alle, die die Reihe noch nicht kennen: Lesen!

Bewertung: 4.5 von 5.

Volker Kutscher: Märzgefallene. Köln: Kiepenheuer & Witsch, 2016 (Original 2014)

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