Young-Ha Kim: Aufzeichnungen eines Serienmörders

Byongsu Kim ist mittlerweile 70 und nicht nur pensionierter Tierarzt, sondern auch ‚Serienmörder im Ruhestand‘. Der bisher als Mörder unerkannt gebliebene Rentner möchte fortan nur noch Klassiker lesen und Gedichte schreiben. Doch dann begegnet er zufällig einem Mann, den er als seinesgleichen identifiziert und den er verdächtigt, es auf seine Tochter abgesehen zu haben. Er beschließt seinen letzten Mord.
Doch der Plan, den vermeintlichen Serienmörder außer Gefecht zu setzen, erweist sich als schwierig, denn Kim kämpft mit einer fortschreitenden Demenz und gegen die Zeit.
Er muss seiner Tochter beschützen, bevor alles in Vergessenheit gerät…

Ich liebe ja skurrile Geschichten und das ist auf jeden Fall mal eine 😅 also schon mal die volle Punktzahl in der Kategorie außergewöhnliche Themenwahl.
Untermauert wird diese etwas abseitige Thematik durch den unschuldig-trockenen Berichsstil des Ich-Erzählers, als würde er über ein x-beliebiges Hobby berichten, was zugegebenermaßen gesellschaftlich nicht so ganz anerkannt ist.

Man liest hier also in knapper und sehr prägnanter Form die Aufzeichnungen eines Serienmörders gegen das Vergessen und wird dabei direkt selbst in die Gehirnwirrnis hineingezogen, denn nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint.

Mich hat dieses schmale Büchlein bestens unterhalten – einmal angefangen, konnte ich nicht mehr aufhören. Ein sehr stimmiges Zusammenspiel von Form und Inhalt, für das ich eine ganz klare Leseempfehlung aussprechen kann!

Bewertung: 4.5 von 5.

Young-Ha Kim: Aufzeichnungen eines Serienmörders. Bad Berka: Cass Verlag, 2020

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