Martin Suter: Die dunkle Seite des Mondes

Der renomierte Anwalt Urs Blank fühlt sich seines Alltags überdrüssig – ein Zustand, den man gemeinhin als Midlife-Crisis bezeichnet. Die Begegnung mit einer jungen Straßenverkäuferin katapultiert ihn aus seinem bisherigen Leben. Er beginnt eine Affäre mit einem Hippiemädchen und taucht ein in eine Atmosphäre aus Drogen und Sorglosigkeit. Doch bereits sein erster Trip mit halluzinogenen Pilzen führt zu einer fatalen Persönlichkeitsveränderung, die seine dunkle Seite zum Vorschein bringt…

Das war mein erster Suter und ich muss sagen, er lässt mich etwas zwiespältig zurück. Ich hatte wirklich Mühe in die Geschichte reinzukommen. Die Geschichte des alternden Anwalts und seines zweiten Frühlings war jetzt nicht so meins und noch weniger die Passagen, in denen es um seine Anwaltsgeschäfte geht. Fusionsverhandlungen interessieren mich wirklich gar nicht.
Auch die Beschreibung der Drogenexperimente konnte das Feuer nicht entzünden, da ist ähnlich wenig der Funke übergesprungen wie bei Boyles ‚Licht‘, an das mich diese Passagen stark erinnert haben.

Aber dann! Plötzlich passiert in dieser leicht einschläfernden Kulisse das Unerwartete. Die drogenbedingte Persönlichkeitsveränderung des Anwalts, im Klappentext als ungewöhnliche Variante von Dr. Jekyll und Mr. Hyde beschrieben, bringt die vermisste Dynamik und Spannung in die Geschichte. Das wurde dann doch nochmal richtig fesselnd. Also für mich ganz klar ein Buch, dass mit zunehmender Seitenzahl besser wird. Auch das Ende ist sehr stimmig.
Trotzdem lässt mich das Buch etwas ratlos zurück…

Bewertung: 3 von 5.

Martin Suter: Die dunkle Seite des Mondes. Zürich: Diogenes, 2000

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