Verena Güntner: Power

Obwohl noch ein junges Mädchen, hat Kerze sich bereits den Ruf erworben, Verlorenes wiederzufinden und dabei einen unbeugsamen Willen an den Tag zu legen. Und so kommt es, dass sie von ihrer alten Nachbarin beauftragt wird, ihren verschwundenen Hund Power wiederzufinden. Kerze nimmt sich der Aufgabe mit vollem Eifer an und beginnt zur besseren Einfühlung in das Tier zu bellen und zu knurren und folgt seiner Fährte in den Wald. Schon bald schließen sich die Kinder des Dorfes der Suche an und beschließen, im Wald zu bleiben, bis das Tier gefunden ist…

Klingt doch erstmal gut und nach den ganzen positiven Rezis hier kann man eigentlich nichts falsch machen, dachte ich. Vor dem Lesen.

Nach dem Lesen muss ich leider feststellen, dass das nicht mein Buch ist.
Klar muss man sich auf dieses Buch einlassen, denn das Verhalten der Kinder ist ins Extreme übersteigt. Auch spielt die Autorin mit übersinnlichen Elementen, beispielsweise wenn abends die Geister an Kerzes Bett treten. Mich hat vieles an den Rattenfänger von Hameln erinnert, ein bisschen Sage ist also auch mit dabei.
Das Ganze soll gesellschaftskritisch sein und ist es wohl auch, nur hat sie mich in dieser Form überhaupt nicht erreicht.
Das lag vielleicht auch daran, dass mir hier jegliche Sympathieträger fehlten. Normalerweise hab ich ja eine Schwäche für starke, eigenwillige und auch etwas verschrobene Frauenfiguren, aber mit dieser Kerze bin ich gar nicht warm geworden.
Wie schon der plakative Name der Protagonistin war mir hier alles zu dick aufgetragen und hätte für mich in subtileren Tönen besser funktioniert.

So schwimme ich hier mal gegen den Strom der begeisterten Rezis und habe zur Abwechslung mal kein schlechtes Gewissen. Bei so vielen Fans.

Bewertung: 1.5 von 5.

Verena Güntner: Power. Köln. Dumont, 2020

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