J.D. Barker: Das Mädchen im Eis

Im winterlichen Chicago wird ein seit Wochen vermisstes Mädchen in einem zugefrorenen See geborgen. Das Seltsame an dem Fund: der See ist schon seit Monaten zugefroren. Der Fall bildet den Auftakt einer mysteriösen Mordserie…

Man kann jetzt nicht sagen, dass ich Teil 1 dieser Serie so toll fand, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Aber da eine wesentliche Frage offen geblieben war, hat mich dann doch interessiert, wie es weitergeht. Und das war wider Erwarten erstaunlich spannend. Dieser Teil hat mir deutlich besser gefallen, wenn man den Schluss mal ausklammert. Obwohl man einige Wendungen aus anderen Thrillern schon kannte, war die Geschichte gut erzählt und durch den Perspektivenwechsel auf mehreren Ebenen sehr dynamisch. Leider hat der Autor dieses Stilmittel zum Ende hin deutlich übertrieben. Nicht nur die ständigen kurzen Wechsel zwischen den Personen führt zu Verwirrung. Auch zaubert der Autor plötzlich jede Menge fragwürdiger Überraschungen aus dem Hut. Die eine oder andere unerwartete Wendung ist ja ganz schön, aber hier ist es eindeutig zu viel des Guten.
Fast schon ärgerlich ist das offene Ende mit gleich mehreren komplett ungeklärten Fragen. Gut gemacht kann das ein gelungener Effekt sein. Hier ist es, als hätte den Autor beim Schreiben ein Herzanfall niedergestreckt. Also keine schriftstellerische Meisterleistung, um es mal vorsichtig auszudrücken…

Bewertung: 3 von 5.

J.P. Barker: Die Tote im Eis. The Fourth Monkey, Bd. 2. München: Blanvalet, 2019

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