Chris Carter: Blutige Stufen

Detektiv Hunter und sein Kollege Garcia sind Extreme gewohnt. Immerhin arbeiten sie seit vielen Jahren in der Ultra Violent Crimes Unit des Los Angeles Police Departements. Aber der Tatort, an den sie gerufen werden, verschlägt selbst ihnen die Sprache. Dieser Täter hat eine Botschaft und ein Ziel. Er möchte eine Lektion erteilen.

Wow, auf einen Thriller wie diesen hab ich gewartet. Vor einigen Jahren hab ich den ersten Band der Reihe gelesen, sie dann aber nicht weiter verfolgt. Warum auch immer. Zum Glück habe ich beim aktuellen Band nochmal zugegriffen. Denn sonst hätte ich einen der besten Thriller verpasst, die ich jemals gelesen habe.

Unfassbar spannend von der ersten bis zur letzten Seite und mit einer Story, die es in sich hat. Dem Autor gelingt es auf geniale Art, mit den größtmöglichen Ängsten der Leser:innen zu spielen. Das hat absoluten Gänsehautfaktor und sensible Menschen sollten es vielleicht auch nicht lesen, wenn sie abends alleine zu Hause sind. Aber die müssen sich sowieso auf einiges gefasst machen, denn hier geht es ziemlich blutig zu, wie der Titel schon sagt.
Eigentlich mag ich extrem brutale Geschichten nicht. Zum einen finde ich Splatter und Co ziemlich abstoßend. Zum anderen wird in Thrillern oft darauf zurückgegriffen, um eine dünne Story auszugleichen. Das hat der Autor hier nicht nötig. Die Geschichte ist inhaltlich auf einem hohen Niveau und macht in dieser Konstruktion komplett Sinn. Auch wenn ich mich zwischendurch gefragt habe, ob das eine oder andere Detail in der Form so möglich ist. Aber im Großen und Ganzen ist es ist in sich stimmig und gerade das Ende ist wirklich gut gemacht. Und das Buch ist wirklich so spannend und mitreißend, dass ich da auch gerne ein Auge zudrücke.

Ich denke, dass dieser Geschichte sehr zu Gute kommt, dass der Autor als Kriminalpsychologe weiß, wovon er schreibt. Das macht seine Figuren glaubwürdig, auch wenn sie charakterlich nicht nicht bis ins Detail ausgearbeitet sind. Und wenn man dann noch gut schreiben kann, kommen Bücher wie dieses dabei heraus. Ganz großes Kino.

Bewertung: 4.5 von 5.

Chris Carter: Blutige Stufen. Berlin: Ullstein, 2022

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