Kategorie: Buch des Monats

Im neuen Jahr gibt es eine kleine Veränderung auf meinem Blog…

Bisher hatte ich ja versucht, neben dem Buch des Monats auch monatlich einen Klassiker vorzustellen. In Zukunft sind die beiden Kategorien zusammengefügt.

Was sind nun die Kriterien für die Wahl zum Buch des Monats?

📚 Ein Buch, das bei mir einen besonders nachhaltigen Eindruck hinterlassen hat (Backlist-Titel)
📚 Ein thematisch besonders passendes Buch
📚 Ein herausragender Titel unter den Neuerscheinungen
📚 Ein Klassiker, den man gelesen haben sollte


Jahreshighlights 2021 – Thriller / Krimi

Die besten Fünf in der Kategorie Thriller / Krimi sind:

Vorab muss ich sagen, dass mein Lesejahr in Sachen Krimi und Thriller insgesamt nicht so stark war. Da war die Auswahl zwischen den wirklich hervorstechenden Büchern nicht ganz so groß.

Bester Thriller in diesem Jahr ist für mich:

📚 Jérôme Loubry: Der Erlkönig

Dicht gefolgt von zwei Bänden der ausgesprochen guten Babylon Berlin – Krimireihe:
📚 Volker Kutscher: Lunapark
📚 Volker Kutscher: Olympia

Ebenfalls in die Top Five geschafft haben es
📚 Søren Sveistrup: Der Kastanienmann
📚 Jo Nesbø: Durst

Jahreshighlights 2021 – Belletristik

Die besten Fünf in der Kategorie Belletristik sind:

Für mich ist das beste Buch des Jahres ein Oldie und mal wieder ein Argument dafür, mehr Bücher zu lesen, die schon eine gefühlte Ewigkeit im Regal stehen, so wie dieses:

📚 John Irving: Das Hotel New Hampshire

Ebenfalls in die Liste der Top Five konnte sich ein weiteres, schon älteres Buch vom SuB einreihen:
📚 Andrzej Szczypiorski: Die schöne Frau Seidenmann

Ein reread eines ebenfalls schon älteren Buches ist ein weiteres Highlight geworden:
📚 Isabel Allende: Das Geisterhaus

In diesem Jahr habe ich – nachdem mir Unerhörte Stimmen 2020 so gut gefallen hat-, Elif Shafak erst so richtig für mich entdeckt und dieses Buch konnte mich komplett begeistern:
📚 Elif Shafak: Der Bastard von Istanbul

Von den Neuerscheinungen in diesem Jahr ist mein absoluter Favorit:
📚 Eva Menasse: Dunkelblum

Sebastian Fitzek: Playlist

Der neue Fitzek, jetzt auch hier…

Das ist nun der dritte Teil der Geschichte rund um den Augensammler, in deren Mittelpunkt ein entführtes Mädchen steht. Theoretisch kann man das Buch auch lesen, wenn man die ersten beiden Teile nicht kennt, denn zwischendurch werden immer wieder Erklärungen und Verweise eingeschoben. Damit holt er auch diejenigen ab, die die ersten beiden Teile inhaltlich nicht mehr so auf dem Schirm haben. Das hat mir gut gefallen. Heißt aber auch, dass die umgekehrte Reihenfolge keinen Sinn macht. Wenn man Teil 1 und 2 noch lesen möchte, sollte man mit dem Buch noch warten.

Bevor ich jetzt ins Detail gehe, möchte ich dem Verlag ein großes Lob aussprechen für das ausgesprochen gelungene Cover. Es sieht nicht nur richtig gut aus, sondern ist auch haptisch ein Genuss und hat zudem noch eine optische Spielerei: Je nachdem, wie man das Buch hält, sieht man ein Auge oder eine Playtaste.
Gut gefallen hat mir auch wieder der angenehm eingängige Schreibstil, das mag ich an Fitzek. Das liest sich flüssig weg, auch wenn es inhaltlich nicht immer überzeugen kann. Schon die letzten beiden Teile fand ich teilweise etwas drüber, hab sie aber in einem Rutsch durchgelesen.
Das war bei diesem Buch nicht so. Ich hatte wirklich Mühe mit dieser Playlist-Konstruktion und entsprechend schleppend bin ich voran gekommen. Leider wurde es im Laufe des Buches immer absurder. Wie im Escape Room müssen Exjournalist Zorbach und seine Partnerin jede Menge Rätsel der Playlist des entführten Mädchens lösen. Dass sich ein Kind in dem Alter so etwas ausdenkt und die Ermittler auf die zahlreichen um die Ecke gedachten Konstruktion auch noch kommen, liegt im Wettbewerb der Unwahrscheinlichkeiten ganz weit vorne. Ebenso, dass Zorbach und Co in akuter Lebensgefahr ein kompliziertes Rätsel des Mörders innerhalb von fünf Minuten gelöst kriegen. Natürlich.
Ist für mich ganz klar drüber und nicht mehr glaubwürdig. Ebenso wie das Ende, wo ich direkt lachen musste, weil es für mich schon fast wie ein Slapstick war. Nicht gut bei einem Thriller…

Bewertung: 3 von 5.

Sebastian Fitzek: Playlist. München: Doemer Knaur, 2021

J.D. Barker: Das Mädchen im Eis

Im winterlichen Chicago wird ein seit Wochen vermisstes Mädchen in einem zugefrorenen See geborgen. Das Seltsame an dem Fund: der See ist schon seit Monaten zugefroren. Der Fall bildet den Auftakt einer mysteriösen Mordserie…

Man kann jetzt nicht sagen, dass ich Teil 1 dieser Serie so toll fand, dass ich unbedingt weiterlesen musste. Aber da eine wesentliche Frage offen geblieben war, hat mich dann doch interessiert, wie es weitergeht. Und das war wider Erwarten erstaunlich spannend. Dieser Teil hat mir deutlich besser gefallen, wenn man den Schluss mal ausklammert. Obwohl man einige Wendungen aus anderen Thrillern schon kannte, war die Geschichte gut erzählt und durch den Perspektivenwechsel auf mehreren Ebenen sehr dynamisch. Leider hat der Autor dieses Stilmittel zum Ende hin deutlich übertrieben. Nicht nur die ständigen kurzen Wechsel zwischen den Personen führt zu Verwirrung. Auch zaubert der Autor plötzlich jede Menge fragwürdiger Überraschungen aus dem Hut. Die eine oder andere unerwartete Wendung ist ja ganz schön, aber hier ist es eindeutig zu viel des Guten.
Fast schon ärgerlich ist das offene Ende mit gleich mehreren komplett ungeklärten Fragen. Gut gemacht kann das ein gelungener Effekt sein. Hier ist es, als hätte den Autor beim Schreiben ein Herzanfall niedergestreckt. Also keine schriftstellerische Meisterleistung, um es mal vorsichtig auszudrücken…

Bewertung: 3 von 5.

J.P. Barker: Die Tote im Eis. The Fourth Monkey, Bd. 2. München: Blanvalet, 2019

Jérôme Loubry: Der Erlkönig

Die junge Journalistin Sandrine bricht zu einer kleinen Insel vor der Küste der Normandie auf, um die Hinterlassenschaft ihrer kürzlich verstorbenen Großmutter abzuholen. Doch was sie auf der fast verlassenen Insel vorfindet, ist zutiefst verstörend. Wenige Tage darauf wird sie geistig verwirrt und mit Blut verschmierter Kleidung am Ufer des Festlandes aufgegriffen. Was hat es mit dem Kinderheim und den ertrunkenen Kindern auf sich, von denen sie redet? Und wer ist der Erlkönig?

Dieses Buch ist wie eine kleine Achterbahnfahrt…und geht für meinen Geschmack richtig gut los – mit einer sehr mysteriösen Geschichte, die auch zeitlich auf mehreren Ebenen angesiedelt ist. Vor allem die undurchschaubare und latent bedrohliche Stimmung kommt sehr gut rüber und hat mich an Shutter Island erinnert, einen meiner Lieblingsfilme.
Gemeinsam versucht man mit dem Kommissar und der Psychologin, die seltsamen Berichte von Sandrine zu entschlüsseln, die sich mittlerweile in der Psychiatrie befindet. Ein sehr spannendes Rätselraten, bis ungefähr zur Mitte des Buches. Danach war es zwar weiterhin spannend, jedoch leider immer unlogischer. Der Autor kam plötzlich mit Entwicklungen um die Ecke, die man sich beim besten Willen nicht vorstellen konnte.
Aaaaber…da ich jetzt ohne spoilern nicht auskomme, bitte an dieser Stelle abbrechen, wenn ihr das Buch noch lesen möchtet…, bei diesem Buch ist nichts so wie es scheint und was einem wie ausgemachter Quatsch vorkommt, macht durch das überraschende und intelligent gemachte Ende plötzlich einen Sinn. Und einen zwischenzeitlich tot geglaubten Thriller zu einem wirklich guten.

Puhhh, nach einem doch sehr durchwachsenen Lesejahr in Sachen Thriller nochmal ein kleines Highlight zum Schluss. Glück gehabt

Bewertung: 4.5 von 5.

Jérôme Loubry: Der Erlkönig. Berlin: Ullstein, 2021

Frederik Backman: Eine ganz dumme Idee

Eine ganz spontane Buchauswahl – gelesen am 30.12.21

Eigentlich hatte ich ganz andere Lesepläne zwischen den Jahren, hätte mich nicht kurz vor Weihnachten das Gewinnpaket erreicht, unter anderem mit diesem Buch. Nun spielt die komplette Geschichte einen Tag vor Silvester, also quasi heute, und wann sollte man dieses Buch lesen, wenn nicht jetzt…

Kurz vor dem Jahreswechsel findet sich eine Gruppe ganz unterschiedlicher Menschen zu einer Wohnungsbesichtigung zusammen. Durch einen dummen Zufall werden die Anwesenden zu Geiseln eines ziemlich stümperhaften Bankräubers, dessen großer Coup völlig in die Hose gegangen ist. Die Bank war bargeldlos.
Doch es scheint, als wäre das im Vergleich zu den Geiseln nur das geringere Übel…

Das klingt witzig und ist es auch. Schallend gelacht habe ich zwar nicht, aber in dem Buch steckt einiges an Situationenskomik und bringt einen immer wieder zum Schmunzeln, was an diesen verregneten Tagen auch nicht schlecht ist. Besonders gefallen hat mir das Setting, denn die Story spielt sich überwiegend in der Wohnung ab, die zur Besichtigung steht und wird nur durch kurze Rückblenden und die Vernehmungen auf dem Polizeirevier ergänzt. Auch ist der Zeitraum nur auf wenige Stunden begrenzt, in der die Geiselnahme stattfindet.
Gut gefallen hat mir auch, dass es hier nicht nur um Klamauk geht, sondern zwischendurch auch sehr ernste und tiefgreifende Lebensfragen angeschnitten werden, um die es letztlich geht. Nichts ist nach der Geiselnahme noch so, wie es vorher war.
Mir persönlich war es fast zu viel an Gutmenschentum und Harmonie, die da zum Ende hin versprüht wurde. Ich mag es gerne ein bisschen kantiger.
Aber wer auf nette, humorige Geschichten steht, ist hier bestens bedient.
Und für eine Filmkomödie die perfekte Vorlage…

Bewertung: 3.5 von 5.

Frederik Backman: Eine ganz dumme Idee. München: Goldmann Verlag, 2021

Ausgelesen: Dezember 2021

Der letzte Monat im Jahr hat mir nochmal ein Highlight beschert:

📚 John Irving: Das Hotel New Hampshire 🌟 5/5

Sehr gut gefallen hat mir auch:
📚 Jérôme Loubry: Der Erlkönig 🌟 4,5/5

Auch gern gelesen, aber mit einigen Abstrichen habe ich:
📚 Dana Grigorcea: Die nicht sterben (nicht auf dem Bild) 🌟 3,5
📚 Frederik Backman: Eine ganz dumme Idee 🌟 3,5

Ein zwiespältiges Leseerlebnis hatte ich mit:
📚 Sebastian Fitzek: Playlist 🌟 3/5
📚 Emma Donaghue: Raum 🌟 3/5
📚 J.P. Barker: Die Tote im Eis 🌟 3/5

Auch wenn mich nicht alles überzeugen konnte, bin ich ganz zufrieden zum Ende des Jahres!

Deutscher Buchpreis 2021 – Ein Rückblick

Vor einigen Tagen habe ich mein letztes Buch der zwanzig Nominierten gelesen und bin selber ein bisschen erstaunt, dass es ganze 11 Bücher geworden sind. Und es sind sogar alle Titel der Shortlist dabei. Allerdings war ich von der diesjährigen Auswahl nur mäßig begeistert, um es mal vorsichtig auszudrücken. Auch mit dem Siegertitel konnte ich mich nicht anfreunden.

Von der Shortlist am besten gefallen hat mir:
📚 Christian Kracht: Eurotrash 🌟 4

Tja und das war’s dann auch schon… alle anderen Titel fand ich zwiespätig bis hin zu regelrecht ärgerlich:
📚 Norbert Gstrein: Der zweite Jakob 🌟 3
📚 Antje Ravik Strubel: Blaue Frau 🌟 2,5
📚 Monika Helfer: Vati 🌟 2,5
📚 Mithu Sanyal: Identitti 🌟 2
📚 Thomas Kunst: Zandschower Klinken 🌟 1

Mein persönliches Highlight war daher auch von der Longlist:
📚 Heinz Strunk: Es ist immer so schön mit dir 🌟 4,5

Ganz gut gefallen hat mir auch:
📚 Henning Ahrens: Mitgift 🌟 3,5
📚 Dana Grigorcea: Die nicht sterben 🌟 3,5

Nicht überzeugen konnte mich:
📚 Shida Bazyar: Drei Kameradinnen🌟 2
📚 Gert Loschütz: Besichtigung eines Unglücks 🌟 1,5

Unschwer erkennbar war für mich der Buchpreis in diesem Jahr wenig erfreulich. Viele Nominierungen konnte ich schlichtweg nicht nachvollziehen, vor allem da es andere – deutlich bessere – Bücher, noch nicht mal auf die Liste der zwanzig Nominierten geschafft haben. Ich muss das jetzt erstmal verdauen, aber ich denke, dass ich in Zukunft mehr Abstand zu diesem Preis und seinen Büchern halten werde.

Ausgelesen: November 2021

Mein Lesemonat November war nicht komplett trübe und grau, aber teilweise. Zumindest was die Lesemotivation betrifft, die ist gerade im Keller. Das liegt aber auch daran, dass gerade viel anderes zu tun ist und ich fürs Lesen keine Zeit und Ruhe finde. Also Zeit, dass Weihnachten kommt…

Highlight des Monats war für mich:
📚 Dror Mishani: Drei 🌟 4,5

Gut gefallen hat mir auch:
📚 Elif Shafak: Das Flüstern der Feigenbäume 🌟 4
📚 John Williams: Stoner 🌟 4

Und mit einigen Abstrichen:
📚 Yrsa Sigurdardóttir: R.I.P 🌟 3,5

Ein zwiespältiges Leseerlebnis war:
📚 Sophie Hardcastle: Unter Deck 🌟 3

Flop des Monats:
📚 J.P. Barker: The Forth Monkey 🌟 2 (gerade so)