Tom Voss: Hundstage für Beck

Kommissar Beck lässt sich nach einem traumatischen Polizeieinsatz in ein kleines Dorf in Norddeutschland versetzen und kämpft mit seinem Alkoholproblem.
Nach etlichen Gläsern zuviel überfährt er im Rausch eine Frau. Doch die Verletzungen der Frau und die Spuren am Auto deuten auf eine andere Todesursache hin…

Also vom Klappentext und Aufmachung her hat es mich spontan an Tatort erinnert und ein bisschen hat es auch davon. Aber von einer wirklich guten Folge.
Ich war ja zunächst bei dem Titel etwas skeptisch, ich finde ihn nicht so glücklich gewählt.
Aber vom Inhalt war ich sehr positiv überrascht.

Das ist ein gut entwickelter, solider Krimi, der durchweg ein Spannngslevel hält, ohne sich in ständigen überraschenden Wendung oder Gewaltorgien zu verlieren. Das ist jetzt nicht alles spektakulär, aber mir ist eine ruhig entwickelte und gut erzählte Geschichte oft lieber als dieser hektische Aktionismus, den man in vielen Thrillern findet.
Besonders gut gefallen hat mir das Ermittlerteam. Beide sehr authentisch und sympathisch. Vor allem Beck mochte ich in seiner unkonventionellen Art, was wahrscheinlich daran liegt, dass er einige Ähnlichkeit mit Nesbøs Harry Hole aufweist. Den mag ich auch.

Auch wenn das Rad hier nicht neu erfunden wird – es hat Spaß gemacht, dieses Buch zu lesen. Einfach entspannte unaufgeregte Unterhaltung, wie bei einem guten Tatort eben.

Bei Teil 2 bin ich wieder mit dabei, das klingt vielversprechend…

Bewertung: 4 von 5.

Tom Voss: Hundstage für Beck. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 2021

Mariana Leky: Erste Hilfe

Wer ein Fan von ‚Was man von hier aus sehen kann‘ ist, wird auch dieses Buch lieben, denn auch hier begegnet einem ein einigermaßen skurriles Figurenensemble. Angefangen von der Ich-Erzählerin, die in einem Kleintierladen arbeitet, statt ihre Magisterarbeit zu schreiben und mit dem Frauenschwarm Sylvester zusammenlebt, der sich überwiegend vor seinen Verehrerinnen verleugnen lässt. Beide stehen plötzlich vor der Aufgabe, sich um Matilda zu kümmern – eine Stammkundin des Kleintierladens. Sie möchte bei ihnen einziehen, weil sie Angst hat, den Verstand zu verlieren…

Ich habe ja schon ‚Was man von hier aus sehen kann‘ ausgesprochen gerne gelesen und dieser Debütroman kann hier nahtlos anknüpfen. Vielleicht hat er nicht ganz die tiefen melancholischen Momente, aber viele gute Elemente des späteren Erfolgsromans findet man bereits in diesem Erstlingswerk. Allem voran die absolut liebenswert-schrägen Figuren, die man sofort ins Herz geschlossen hat und deren Eigenarten man mit Spannung verfolgt. Gepaart mit einem lockeren Erzählton voller Situationskomik, der einen beim Lesen immer wieder schmunzeln lassen. Es war mir eine absolute Freude dieses Buch zu lesen. Gerne mehr davon.

Bewertung: 4.5 von 5.

Mariana Leky: Erste Hilfe. Köln: Dumont Buchverlag, 2004

Christian Kracht: Faserland

Es geht in diesem Roman um eine Welt, die den meisten von uns wohl verschlossen bleiben wird – die der Reichen und manchmal auch Schönen. Hier wird von Sylt nach Zürich gejetsetet, locker mit dem Geld gewedelt und überwiegend gesoffen, wie unser ziemlich unsympathischer Erzähler. Oder anderweitige Drogen konsumiert, wie ein großer Teil seiner Umgebung.
Wenn man sich nun fragt, warum eine eher inhaltsarme Story zum modernen Klassiker avanciert ist, wie zumindest der Klappentext feststellt, dann wohl deshalb, weil dieser von vielen so angestrebte Lifestyle hier in seine Einzelteile zerlegt wird.
Kracht hat in diesem Roman die Oberflächlichkeit und innere Leere dieses speziellen Mikrokosmos sehr anschaulich auf den Punkt gebracht. Und dass ihre Protagonisten alles mögliche sind, nur nicht glücklich.

Ich muss sagen, ich war bei diesem Buch hin und hergerissen. Auf der einen Seite mochte ich diesen Ich-Erzähler in der Figur des Millionärssöhnchens, der kein Blatt vor den Mund nimmt und einfach macht, wonach ihm der Sinn steht. Unangepasste Typen mag ich, eigentlich. Nur leider ist dieser etwas aus der Art Geschlagene ein asozialer Unsympath allererster Güte, den man auf keinen Fall kennenlernen möchte und man hofft, dass möglichst wenig Kracht in dieser Figur steckt.

Aber wenn es darum geht, diese Welt zu entzaubern und ihre eigentliche Armseligkeit zu entlarven, dann ist das Projekt absolut gelungen.
Innerliches Kopfschütteln mit Programm, Mission geglückt.

Bewertung: 3.5 von 5.

Christian Kracht: Faserland. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 2015 (Original 1995)

Judith Hermann: Daheim

Gestern wurde der Preis der Leipziger Buchmesse verliehen. Im Vorfeld hatte ich mir drei der sechs nominierten Titel gekauft, die mich näher interessiert haben. Der Siegertitel war nicht dabei. Dafür stelle ich euch heute eine Mitbewerberin vor…

In diesem Buch begleiten wir die Ich-Erzählerin auf ihren Schritten in ein neues Leben. Fernab des hektischen Stadtlebens sucht sie einen Neubeginn in einem kleinen Ort an der nordischen Küste und mietet sich ein kleines Haus. Sie kellnert in der Kneipe ihres Bruders und knüpft Kontakte zu den etwas eigenwilligen Dorfbewohner. Und blickt zurück auf ein halbes gelebtes Leben, auf glückliche, aber auch verpasste Augenblicke und Lebensentwürfe, die an der Realität scheitern.

Man ahnt, dieses Buch hat etwas Melancholisches. Spätestens, wenn die Erzählerin im Gespräch mit ihrer unternehmungslustigen Tochter resümiert: „Pläne machen, nicht daran denken, wie diese Pläne scheitern können, dass sie scheitern werden, fast alles im Leben scheitert…
Trotzdem hat mich das in keinster Weise runtergezogen, denn diese Rückschau, auch auf Momente des Scheiterns, ist kein depressives Gejammer, sondern hat etwas sehr Erwachsenes. Das hatte für mich so eine besonnene Abgeklärtheit, die man so vielleicht auf dem Sterbebett vermutet. Nur dass der Weg hier direkt weitergeht, in etwas ganz Neues.
Mir hat vor allem die innere Ruhe gefallen, die dieser Roman ausstrahlt. Das hat sich beim Lesen direkt übertragen und war für mich fast ein bisschen meditativ, hat aber auch viele Gedankenimpulse ausgelöst.
Nachdem mich Sommerhaus, später damals nicht nachhaltig begeistern konnte, gehen hier beide Daumen hoch.

Bewertung: 4 von 5.

Judith Hermann: Daheim. Frankfurt am Main: Fischer Verlag, 2021

Florian Schwiecker / Michael Tsokos: Die 7. Zeugin

Ein ruhiger Sonntagmorgen in Berlin-Charlottenburg, ein unbescholtener Familienvater. Plötzlich zieht er in einer Bäckerei eine Waffe, schießt um sich und hinterlässt einen Toten und zwei Verletzte. Danach lässt er sich widerstandslos festnehmen.
Für alle Beteiligten und auch seinen Verteidiger ist die Schuldfrage eindeutig, jedoch bleibt das Motiv völlig rätselhaft. Ein Zustand, mit dem sich Strafverteidiger Rocco Eberhardt nicht zufrieden geben möchte. Doch der Täter schweigt beharrlich…

Also ich muss sagen, ich mochte dieses Buch, obwohl ich nach Beendigung dieser Lektüre etwas zwiegespalten bin und das liegt ganz eindeutig am Ende. Nur wie kann ich das erklären, ohne zu spoilern?

Sagen wir mal so… es gibt ja Autoren bei denen es vor allem zum Ende hin unzählige Verwicklungen und überraschende Wendungen gibt. Das kann man hier nun nicht gerade sagen… Es fühlte sich für mich eher so an, als wenn man einen Luftballon aufpustet in der Hoffnung, ihn zum Platzen zu bringen. Nur statt des lauten Knalls hat man plötzlich einen schlappen Gummi in der Hand, weil die Luft an anderer Stelle entwichen ist.

Das hört sich jetzt vielleicht härter an als es ist, denn überwiegend habe ich mich gut unterhalten gefühlt. Aber mir hat der Peng-Effekt am Ende gefehlt. Auch fand ich den im Klappentext angekündigten Rechtsmediziner wenig präsent, da könnten Freunde des Leichenschnipplers enttäuscht sein.

Nimmt man aber die Beschreibung ‚Justiz-Krimi‘ ernst, dann hat man hier eine solide Story mit durchweg lebensnahen, sympathischen Charakteren. Man merkt, dass vieles aus dem Leben gegriffen ist und genauso hätte passieren können, denn beide Autoren geben einen Einblick in ihre Berufe: den des Anwalts und des Rechtsmediziners. Das macht dieses Buch absolut lesenswert.
Dazu trägt der flüssige und dynamische Schreibstil mit seinen vielen Perspektivwechseln und kurzen Kapiteln wesentlich mit bei. Und… ich mag Justizkrimis!

Von daher ist das der Auftakt einer Reihe, die ich gerne weiter verfolgen möchte.

Bewertung: 4 von 5.

Florian Schwiecker / Michael Tsokos: Die 7. Zeugin. München: Knaur Verlag, 2021

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest

Zwei Kollegen, zwei Familien, die Tür an Tür wohnen. Auch ihre Kinder Kate und Peter sind im gleichen Alter und gern zusammen. Das Leben in dieser beschaulichen New Yorker Vorstadt könnte so idyllisch sein, wäre da nicht Anne, die eine der beiden Frauen, die sich zunehmend seltsam benimmt.
Ihre psychischen Probleme spitzen sich zu und verändern das Leben beider Familien nachhaltig…

Mit diesem Buch hatte ich ja schon länger geliebäugelt und völlig zu Recht, wie ich jetzt feststellen konnte. Es ist eine ganz wunderbar geschriebene Geschichte über Tragödien, die das Leben manchmal so mit sich bringt, wenn vielleicht auch nicht in dieser ausgeprägten Form. Es zeigt die verschiedenen Wege, mit Schicksalschlägen umzugehen und gibt neben all der Tragik aber auch Mut, nicht aufzugeben.
Auch wenn ich mich mit keiner der Figuren wirklich identifizieren konnte, sind mir alle auf ihre Art nahe gekommen und das ist der schriftstellerischen Kunst der Autorin zu verdanken, die ihre Charaktere so authentisch entworfen hat.
Extrem gut beschrieben sind die psychotischen Zustände von Anne, sehr gut beobachtet und hochdramatisch.
Dadurch bekommt der erste Teil des Buches eine ungeheure Wucht, die ich im zweiten Teil ein bisschen vermisst habe. Der ist auch weiterhin gut, aber nicht mehr ganz so kraftvoll. Auch das Ende hätte ich mir etwas anders gewünscht. Das wäre für mich anders stimmiger gewesen, obwohl es auch in dieser Form eine runde Sache ist. Aber ich will nicht spoilern und kann dazu an dieser Stelle nicht mehr sagen, außer abschließend eine ausdrückliche Leseempfehlung auszusprechen!

Bewertung: 4 von 5.

Mary Beth Keane: Wenn du mich heute wieder fragen würdest. München: Eisele Verlag, 2020 (Original 2019)

Cho Nam-Joo: Kim Jiyoung, geboren 1982

Eines Tages benimmt sich die junge Mutter Kim ausgesprochen seltsam. Sie verhält sich, als wäre sie ihre eigene Mutter und erschreckt und beschämt damit gleichermaßen ihren Mann. Im Rückblick wird über ihr Leben vor ihrer Mutterschaft berichtet und was es bedeutet, in Südkorea als Frau geboren zu sein.

Das eine oder andere wusste ich schon zu dem Thema, aber das dann nochmal in so geballter Form zu lesen, dass war schon erschreckend. Das die Benachteiligung der Frauen in Südkorea solche Ausmaße hat, war mir nicht bewusst. Umso wichtiger sind Bücher wie dieses und ich bin dankbar, dem Hype in diesem Fall gefolgt zu sein. Zu Recht wurde das Buch hier so oft in die Kamera gehalten.
Gut finde ich auch, dass hier viel Inhalt in sehr konzentrierter Form präsentiert wird – das Buch hat gerade mal 200 Seiten. Dadurch bekommt das Gesagte nochmal eine besondere Wirkkraft.
Den Stil fand ich anfangs etwas unpersönlich und unbeholfen, fast schon wie ein Schüleraufsatz. Am Ende erklärt sich dann, warum dieser Stil gewählt wurde, das hat nämlich durchaus einen Sinn und ist in dem Kontext sehr gut gemacht.

Von meiner Seite eine klare Leseempfehlung!

Bewertung: 4 von 5.

Cho Nam-Joo: Kim Jiyoung, geboren 1982. Köln: Kipenheuer & Witsch, 2021

Marc Voltenauer: Das Licht in dir ist Dunkelheit

Gyron ist ein idyllisches Bergdorf in den Schweizer Alpen, in dem das Leben noch in Ordnung scheint. Doch dann erschüttert ein furchtbares Verbrechen die vermeintlich heile Welt. In der Kirche wird eine grausam zugerichtete Leiche gefunden. Und es soll nicht die einzige bleiben…
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Ich muss gestehen, spätestens seit ‚Sieben‘ bin ich ja ein Fan von religiös motivierten Thrillern. Von daher war mir dieses Buch direkt ins Auge gesprungen. Nun hält nicht jeder Klappentext, was er verspricht und bei dem Titel war ich mir auch nicht so sicher, was mich da erwartet.
Aber…dieses Buch von einem mir bisher unbekannten Autor hat mich auf das angenehmste überrascht.
Auch wenn das Szenario in der Kirche wahrlich nicht neu ist, wurde es gekonnt eingesetzt und bildet den Auftakt für eine wirklich gut durchdachte und überzeugende Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir die ruhige Erzählweise und die genaue Entwicklung der Charaktere und Ereignisse. Das hat mich ein bisschen an Adler-Olsen erinnert – wenn das kein Kompliment ist…

Manch einem mag das zu undynamisch und unspektakulär sein, aber ich mag das deutlich lieber, als wenn sich die Geschichte in Aktionismus überschlägt und eine unsinnige Wendung nach der anderen aus dem Hut gezaubert wird. Es ist ja nicht so, dass es hier keine überraschenden Momente geben würde, aber die haben wenigstens Sinn und Versand, was man leider nicht bei allen Autoren dieses Genres behaupten kann. Und die sind zum Teil deutlich bekannter…

Wenn man dann auch noch eine überzeugende Motivlage und ein gelungenes Ende mitliefert – die Stolpersteine vieler Thrillerautoren -, dann hat man alles richtig gemacht.

Bewertung: 4.5 von 5.

Marc Voltenauer: Das Licht in dir ist Dunkelheit. Köln: Emons Verlag, 2021 (Original 2015)

Jo Nesbo: Macbeth

Im Bandenkrieg um die Vormachtstellung im Drogengeschäft erweist sich Inspector Macbeth als klug und schlagkräftig und kommt dadurch schnell zu Ruhm und Anerkennung. Doch das ist ihm bald nicht genug. Angestachelt von seiner Geliebten Lady, einer ehemaligen Prostituieren, strebt er nach mehr. Nach mehr Macht und Einfluss. Und ist bereit, dafür über Leichen zu gehen.

Normalerweise mag ich Thriller über Bandenkriege im Drogenmilieu nicht so gerne, aber zu diesem Thema passt es natürlich perfekt und ich war von dieser Neubearbeitung des alten Stoffes auf’s Angenehmste überrascht. Die bekannten Figuren und Szenen im neuen Gewand wiederzuentdecken hat einen besonderen Reiz, vor allem, weil sich der Autor überwiegend sehr nah am Original langbewegt, zum Teil sogar kurze Textpassagen übernimmt, das Ganze aber in einen zeitgemäßen Rahmen stellt. Das Hauptmotiv der immer stärker anwachsenden Machtgier ist in diesem Kontext sehr passend und überzeugend rausgearbeitet worden. Projekt Macbeth 2018 geglückt, würde ich sagen.
Auch wenn ich in diesem Leben wohl kein Fan von Actionthrillern dieser Art mehr werde, hat mir dieser Shakespeare wirklich Spaß gemacht.

Bewertung: 3.5 von 5.

Jo Nesbo: Macbeth – Blut wird mit Blut bezahlt. München: Penguin Verlag, 2018

Matthias Edvardsson: Die Lüge

Sie sind eine harmonische Familie in einer beschaulichen schwedischen Kleinstadt: der Pfarrer Adam, seine Frau Ulrika und die 19jährige Tochter Stella. Doch dann gerät die vermeintliche Familienidylle aus den Fugen, als ein älterer Geschäftsmann erstochen aufgefunden wird. Als dringend tatverdächtig verhaftet wird die Tochter und für die Eltern stellt sich die Frage: Wie gut kenne ich mein Kind und wie weit bin ich bereit zu gehen, um es zu schützen.

Dieses Buch war für mich eine Neuentdeckung, denn diesen Autor kannte ich bisher noch, bin aber doch sehr angetan.
Das ist ein solider und durchweg spannender Krimi, der jedoch nicht von der Action, sondern der geschickt inszenierten Erzählung und den starken Charakteren lebt.
Die Geschichte ist in drei Abschnitte unterteilt: Vater, Tochter, Mutter. Diese berichten aus ihrer Perspektive über die Geschehnisse rund um den Mord und dadurch konstruiert sich die Geschichte. Das ist erzählerisch gut gemacht und dicht an den Personen dran, die dadurch sehr authentisch werden.
Besonders gut hat mit die Schilderung des Vaters gefallen, die für einen Krimi einen außergewöhnlichen Tiefgang hat.
Die Geschichte selbst ist in sich stimmig, auch wenn mich das Ende etwas enttäuscht hat.
Trotzdem ein Autor, den man sich merken sollte.

Bewertung: 3.5 von 5.

Matthias Edvardsson: Die Lüge. München: Limes Verlag, 2019 (Original 2018)