Daniel Schreiber: Zuhause


Die Suche nach dem Ort, an dem wir leben wollen‚ ist der Untertitel dieses schmalem Büchleins, ein autobiographisch inspirierter Essay zu der Frage: Was ist unser Zuhause?
Ist es der Ort, an dem wir geboren sind und unsere Kindheit verbracht haben? Ist es unser jetziger Lebensmittelpunkt oder ein Ort, an den wir uns wünschen? Was beinhaltet dieses Gefühl, irgendwo zu Hause zu sein? Schreiber geht dieser Frage aus soziologischem, philosophischem und psychologischem Blickwinkel nach, aber vor allem auch aus einem ganz persönlichen. Es ist die Beschreibung seiner Suche nach einem Zuhause und sich selbst.
Sich ein Zuhause zu suchen bedeutet nicht, nach einer besseren Stadt Ausschau zu halten, nach einem schöneren Landstrich, einem anderen Land. Sich ein Zuhause zu suchen bedeutet, einen Ort in der Welt zu finden, an dem wir ankommen – und dieser Ort wird zuallererst ein innerer Ort sein, ein Ort, den wir uns erarbeiten müssen.“ (S. 57)

Sätze wie diese ziehen sich durch das gesamte Buch und deshalb ist es für mich das ideale Buch für diese entschleunigte Zeit, in der man auf sich und seine vier Wände zurückgeworfen ist. Obwohl das Buch relativ schmal ist, hab ich eine Weile daran gelesen, weil ich immer wieder Pausen zum Nachdenken eingelegt habe. Gedanken über meine eigene Definition von Zuhause sein. Über mein Verhältnis zu meiner Heimatstadt Berlin, mit der der Autor immer wieder ringt, der Ort, an dem ich geboren bin und mein gesamtes Leben verbracht habe. Also, dieses Buch hat es in sich und zwar in der positivsten Art und Weise, denn ist eine Goldgrube voller kluger und tiefsinniger Gedanken. Gleichzeitig ist es so emotional und authentisch, dass es mich in jeder Hinsicht berührt hat. Absolute und ausdrückliche Leseempfehlung 👌

Daniel Schreiber: Zuhause. München: Suhrkamp Taschenbuch Verlag, 2018 (Erstausgabe Hanser Verlag, 2017)