Püstow & Schachner: Jack the Ripper

Nun hab ich ja zu Beginn des Jahres ‚The Five‘ gelesen und das fand ich so interessant, dass ich gleich noch einen Nachschlag brauchte – diesmal aus der anderen Perspektive.
Wer also bei ‚The Five‘ Mord und Totschlag und Informationen rund um den Serienmörder vermisst hat, voilà!

Dieses Buch gilt als Standardwerk der Ripperforschung, in dem die wesentlichen Forschungsergebnisse zum Thema zusammengetragen wurden.
Im Gegensatz zu anderen oft recht einseitigen Büchern zum Ripper, die von sich behaupten, das Rätsels Lösung gefunden zu haben, ist dieses Buch angenehm neutral und sachlich gehalten und gibt einen sehr detaillierten Rundumblick.
Im zweiten Teil gibt es eine Zusammenfassung der Verdächtigen, so dass man selbst ein bisschen Sherlock Holmes spielen kann.

Ich fand das Buch ausgesprochen interessant und fühle mich jetzt in Sachen Ripper bestens informiert – soweit man das in diesem Fall sein kann. Denn fertige Lösungen gibt es hier nicht.

Hendrik Püstow / Thomas Schachner: Jack the Ripper. Anatomie einer Legende. Leipzig: Militzke Verlag, 2017 (Original 2006)

Michael Tsokos: Abgefackelt

Da Paul Herzfeld die traumatischen Erlebnisse seines letzten Falls noch in den Gliedern stecken, wird er vorübergehend auf einen ruhigeren Posten in einer pathologischen Abteilung in Itzehoe versetzt.
Doch die Umstände des vermeintlichen Suizids seines Vorgängers geben Rätsel auf, ebenso wie das Verschwinden sämtlicher Unterlagen und Patientenakten des Mediziners. Herzfeld beginnt, eigene Nachforschungen anzustellen und begibt sich ein weiteres Mal in tödliche Gefahr.

Zugegeben, Story und Motiv sind nicht neu. Auch die Verfolgungsjagd aus der Luft im Maisfeld hat es bei Hitchcock schon gegeben. Aber all das stört mich gar nicht, wenn es gut gemacht ist. Und das ist es.
Mir gefallen die Herzfeld-Thriller deutlich besser als die um Fred Abel, was vielleicht auch am Co-Autor liegen mag. Das war eine runde Sache, in sich stimmig und durchweg spannend. Ich war sehr schnell durch, wozu auch die angenehm kurzen Kapitel und diversen Cliffhanger beigetragen haben. Man wollte einfach ständig wissen, wie’s weitergeht und das ist ja schon mal die halbe Miete bei einem Thriller. Und was ich bei Tsokos so liebe, Rechtsmedizin aus erster Hand, kam auch nicht zu kurz. Für mich einer der Besten von Tsokos bisher.

Bewertung: 4 von 5.

Michael Tsokos: Abgefackelt. München: Droemer Knaur, 2020